The Sound of the Hammond Organ

 

Die Entscheidung, ob ich dem Wunsch meines Vaters folgen würde oder nicht, lag weiß Gott nicht mehr in meinen Händen. Das Einzige, was ich eventuell noch retten konnte, war die Entscheidung, welches Instrument ich würde spielen lernen. Und diese Entscheidung war, wie Ihr gleich sehen werdet, auch schon nicht mehr so wirklich meine.

Damals hörten wir, es war Anfang der 70er Jahre, Musik von Deep Purple, CCR oder T-Rex. Wir fanden die Musik gut, aber für unsere Eltern war sie natürlich der Untergang des Abendlandes. Jeder Jugendliche kennt das vermutlich aus eigener Erfahrung und das Abendland existiert noch immer.

Welches Instrument war also das angesagteste? Die Gitarre natürlich!

Wenn ich schon ein Instrument erlernen sollte, dann Gitarre. Das war eine tolle Vorstellung.

Stolz ging ich zu meinem Vater und teilte ihm mit, ich wolle Gitarre lernen. Prompt verdüsterte sich sein Blick und er erklärte mir vermeintlich pädagogisch sinnvoll, dass ihm kein Musikinstrument ins Haus komme, mit dem man so eine Urwaldmusik, wenn man da überhaupt von einem Instrument sprechen konnte, erzeugen kann. Dass man mit einer Gitarre auch deutsches Liedgut zupfen konnte, spielte keine Rolle, denn das schloss ja meine Verrohung durch diese Hotten-Totten-Musik nicht aus. Der Gegenvorschlag meines Vaters war allerdings eine echte Katastrophe. Er schlug mir vor, doch Mandoline zu lernen. Um Himmel willen! Eine Mandoline ist kein Musikinstrument, sondern eine Requisite für Operetten. Enttäuscht schlich ich von dannen und schaute nach einem weiteren Vorschlag.

Lustlos überlegte ich, was das kleinste Übel sein könnte und es fiel mir wirklich nichts Brauchbares ein.

Wie ich damals auf Akkordeon kam, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall schlug ich es resigniert meinem Vater vor und stieß erwartungsgemäß auf Wohlgefallen.

Er war einverstanden, was auch sonst. Schließlich war das Akkordeon zentraler Bestandteil deutscher Volksmusik und neben der Zither das wichtigste Instrument der von ihm geliebten bayrischen Volksdudelei.

Zu Weihnachten hatte ich das Ding unterm Weihnachtsbaum liegen. Ein uraltes gebrauchtes Akkordeon kleinster Bauart. Anfangen konnte ich damit nichts und ein sinnvoller Verwendungszweck war für mich nicht vorstellbar. Ich hatte lediglich den Wunsch meines Vaters nach einem Musikinstrument erfüllt.

Nach dem Jahreswechsel meldeten mich meine Eltern bei einer stadtbekannten Akkordeonlehrerin zum Unterricht an. Dort lernte ich, die ersten Musikstücke zu spielen und die Handhabung dieses sonderbaren Instruments.

Nach etwa einem Jahr Unterricht, ich war inzwischen 15, gründeten wir unsere erste kleine Band. Peter hatte sich gerade das Schlagzeugspielen selber beigebracht und ich konnte die ersten Lieder auf dem Akkordeon klimpern. Einige Stücke lernten wir noch hinzu , übten sie ein und schon reichte unser Repertoire für Richtfeste oder Vereinsfeierlichkeiten. Wir verdienten unser erstes Geld und tranken unseren ersten Alkohol.

Den Akkordeonunterricht hatte ich längst an den Nagel gehängt. Erstens ging mir das zu langsam dort und zweitens wollte ich andere Musik spielen, als das, was die Lehrerin uns beizubringen gedachte.

In der Zwischenzeit hatte ich etwas Geld verdient und konnte mir für 800 DM eine alte gebrauchte Orgel kaufen. Eine Farfisa mit abgesetzter Bassoktave. Mensch, was war ich stolz. Jetzt waren wir eine richtige Band mit Orgel und Schlagzeug. Natürlich muss man eine Orgel anders spielen als ein Akkordeon. Aber Unterricht nehmen? Davon war ich seit meinem Akkordeonunterricht geheilt. Also habe ich mir das Orgelspiel selber beigebracht.

In der Zwischenzeit, nach etwa zwei Jahren, war Peter kaum noch als Schlagzeuger zu gebrauchen. Er war bei unseren Auftritten immer früher am Abend betrunken. Das ging so nicht weiter.

Irgendwann, es war wirklich Zufall, hörte ich beim Gang durch die Stadt Leute musizieren. Die Musik kam aus der Aula unserer Handelsschule und hörte sich gut an. Schulen sind bekanntermaßen öffentliche Gebäude, die man ohne besondere Einladung betreten darf und ich ging hinein.

Drei Leute, etwas älter als ich, spielten dort mit Schlagzeug, Klarinette und Klavier Unterhaltungsmusik. Wir kamen ins Gespräch und ich konnte den Schlagzeuger, er hieß Bernd, für meine Idee von einer Band begeistern. Bernd war der Sohn des wohl bekanntesten Schlagzeugers in der Gegend und hatte das Spielen von seinem Vater erlernt.

Bernd und ich begannen, gemeinsam Musik zu machen und die Auftragsbücher wurden immer voller. Nun muss man sich in dem Alter entscheiden, ob man samstags abends irgendwelche Festgesellschaften mit Tanzmusik unterhalten möchte, oder ob man lieber mit Mädels in die Disco geht. Bernd und ich machten lieber Musik, weswegen bei uns beiden die Annäherung an das andere Geschlecht etwas später einsetzte.

Dann traf ich in der Schule nach vielen Jahren Stephan wieder. Stephan war ein Schulkamerad aus der Grundschule. Wir waren gemeinsam in der Klasse, die in meinem ersten Buch in der Geschichte „Angst“ beschrieben wurde.

Und Stephan konnte Gitarre spielen. Stephan Behrens und ich kennen uns seit nunmehr fast 50 Jahren und treffen uns alle paar Jahrzehnte irgendwo immer mal wieder. Er ist, wie ich, der Musik treu geblieben betreibt heute eine Agentur für Orchesterakustik. Interessierte finden ihn hier: http://www.orchestrasound.de

Stephan trat als Gitarrist in unsere Band ein und wir konnten unser Repertoire deutlich erweitern. Das Ganze wurde immer professioneller und unsere kleine Band bekam einen Namen und eine Identität. Fortan hießen wir Les Teutos. Die Erklärung für die Entstehung des Namens möge mir hier erspart bleiben.

Während dieser Zeit lernte ich zusätzlich, Gitarre zu spielen. Nun konnten wir mit zwei Gitarren auch die wunderschönen Stücke der Shadows spielen und der Beatles.

Technisch unterstützt hat uns damals Günter Zierenberg, der Gründer von Musik Produktiv, eines der heute größten Musikversandhäuser der Welt. Günter kannten wir schon, als er noch aus einer Garage heraus Musikinstrumente verkaufte. Diese Bekanntschaft hatte Stephan mitgebracht. Heute kennt fast jeder Musiker auf der Welt Musik Produktiv. Für seine uneigennützige Unterstützung bin ich Günter Zierenberg heute noch dankbar. Heute findet man das Unternehmen im Internet unter  http://www.musik-produktiv.de

Eines Tages tauchte Rainer bei uns auf. Rainer war damals selbst ernannter Musikmanager und betreute die vierköpfige Band Tulip.

Die waren eine ganz andere Nummer als wir. Die spielten nicht auf Hochzeiten und Vereinsfesten, sondern die machten Zelte. Rainer waren zwei seiner Tulips krank geworden und es stand ein Auftritt in Recklinghausen an. Er suchte Ersatz für den Orgler und einen Gitarristen. Stephan und ich sollten aushelfen. Wir wussten überhaupt nicht, wie uns geschah. Bisher hatten wir immer Publikum von weniger als 100 Personen und jetzt sollten wir in einem Zelt spielen vor Hunderten von Menschen.

Wir nahmen an, ohne Proben und lange Absprachen. Der Auftritt ging musikalisch mächtig in die Hose, aber die Stimmung im Zelt hat das überhaupt nicht beeinträchtigt.

Der Schlagzeuger von Tulip, mit dem wir zu spielen hatten, Werner, wurde später Autorennfahrer und war über lange Jahre Teamkollege von Claus Theo Gärtner, der später im Fernsehen den Detektiv Matula spielte.

Viele Jahre später wurde der Drang zu den Mädels größer als die Liebe zur Musik, es mussten berufliche Entscheidungen getroffen werden und unsere Les Teutos hörten auf, zu spielen.

Erst nach sehr langer Zeit, inzwischen wohnte ich in der Nähe von Stuttgart, hatte ich wieder Gelegenheit, in einer Band zu spielen. Die Reminders aus Plochingen suchten einen Keyboarder.

Die Reminders spielten, und spielen heute noch, gecoverte Oldies, Rock und Country. Diese Zeit war für mich die schönste in meiner Laufbahn als Hobbymusiker. Die Bühnenfotos auf dieser Homepage sind Fotos der Reminders. Wer mal bei den Jungs reinschauen möchte, findet sie in ihrer aktuellen Besetzung hier:

http://www.reverbnation.com/thereminders2

Auch diese wunderschöne Zeit mit den Reminders ging für mich nach einigen Jahren infolge eines beruflichen Wechsels vorbei. Schee war's.

Seitdem habe ich nur noch alleine zu Hause Orgel und Keyboard gespielt und die Liebe zur Musik gepflegt. Die Mitarbeit in einer Band ist nicht sinnvoll, da ich beruflich ständig unterwegs bin.

Bei meinem Umzug von Rom nach Malta wurde mir dann zusammen mit meinem Hausrat meine gesamte Bandausrüstung gestohlen und ich musste mich hier in Malta neu ausrüsten.

Dazu wollte ich meiner Musik eine völlig neue Richtung geben. Als lebenslanger Fan der alten Hammondorgeln, die seit den 70er Jahren nicht mehr in ihrer ursprünglichen Bauart gebaut werden, spiele ich seit vielen Jahren neben Keyboards sogenannte Clonewheel-Orgeln, die die klanglichen Besonderheiten der Hammondorgeln nachbilden

Die bisher beste Clonwheel-Orgel wurde 2012 von der schwedischen Firma Clavia Nord auf den Markt gebracht und ich war einer der ersten Käufer dieser Orgel, die eine nahezu perfekte Kopie der alten Hammond B3 ist.

Mit dieser Orgel möchte ich dem alten Sound der Hammond Orgeln wieder eine Stimme geben und sie in die Welt hinausspielen.

Heute setzt man Hammondorgeln überwiegend in der Jazzmusik ein. Für die Unterhaltungsmusik, in der ich heimisch bin, gibt es seit den 70er Jahren aufgrund verbesserter technischer Möglichkeiten Orgeln, die für diese Musik viel geeigneter sind, da sie mehr können als eine Hammond B3.

Vorher wurde mangels Alternativen alles auf Orgeln aus dem Hause Hammond gespielt. Es gab keine Rhythmusautomatik, keine Begleitautomatik und keine Orchesterbegleitung. Jeder Ton, der aus einer Hammond herauskam. wurde live gespielt. Das ist bei meiner Musik immer noch so.

Diese Kultur der Orgelgeschichte möchte ich pflegen mit meiner Nord C2D und den Sound hört Ihr auf dieser Seite, wobei ich Euch gute Unterhaltung wünsche.

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